Feldtage zur praktischen Landwirtschaft

Feldtage zur praktischen Landwirtschaft

Öffentlichkeitsarbeit & Bildung

Was können wir tun, um Landwirtinnen und Landwirte in ihrer praktischen Arbeit zu unterstützen? Wie lassen sich Arbeitsschritte vereinfachen und wie effektiver gestalten? Diese Fragen stellen wir uns in der Ökomodell-Region Rhein-Main und bieten in diesem Kontext verschiedene Formate, um

  • einen Austausch und andauernden Dialog mit den Landwirtinnen und Landwirten zu schaffen,
  • Einblicke in innovative Systeme zu geben,
  • die Möglichkeit zu bieten, moderne ackerbauliche Maschinen in der Praxis zu testen.

Angesprochen sind ökologische und konventionell wirtschaftende Betriebe. In unseren Veranstaltungen geht es neben dem Erfahrungsaustausch und gegenseitiger Vernetzung daher auch um Wissenstransfer. Immer wieder laden wir Expertinnen und Experten aus Forschung und Praxis ein, die ihr Wissen teilen.

Erster Feldtag: Nachhaltiges Stoppelmanagement, Unkrautbekämpfung & Zwischenfruchtumbruch

Speziell im Bereich Ackerbau ist seit Jahren ein Umdenken zu beobachten. Mehrwert bietende Verfahren sind zunehmend gefragt hinsichtlich

  • Bodenfruchtbarkeit
  • Wasser- und Nährstoffmanagement
  • Beikrautregulierung

Der erste Feldtag bot Landwirtinnen und Landwirten daher eine Möglichkeit, innovative Agrarmaschinen praktisch auf dem Acker zu testen. Neben Gelegenheit zum Austausch mit den Herstellerfirmen (HEKO, Profiagrartechnik und Dutzi) gab es interessante Einblicke in deren Funktion und Entwicklungsgeschichte mit anschließender Diskussionsrunde.

Der Maschinentest fand auf dem Betrieb Mehl statt. Zu unserer Freude kamen auch Landwirtinnen und Landwirte aus entfernten Landkreisen, die über ihre regionalen Verbände über die Veranstaltung gehört hatten.

Agrar-Photovoltaik – Chance oder Stolperstein für den ländlichen Raum?

Durch die Nachfrage nach erneuerbaren Energien ergeben sich auch für Landwirtinnen und Landwirte neue Möglichkeiten der Flächennutzung und damit ökonomische Chancen. Vor allem, da Agrar-Photovoltaik-Flächen höhere Entgelte versprechen als Pachtpreise. Dies führt bei 60 Prozent Pachtflächenanteil in Hessen schnell zu einer ungewollten Konkurrenz um die Flächennutzung und im schlimmsten Fall zum Verlust von Pachtflächen für Betriebe.

Wichtig ist also, die rechtlichen Rahmenbedingungen abzustecken. Was ist mit planungsrechtlichen Fragestellungen und wie geht man die Verwirklichung an? Im Rahmen einer Digitalveranstaltung erörterten Expertinnen das Thema Agrar-Photovoltaik.

Entschärfung der Flächenkonkurrenz bei Photovoltaik-Flächen im Außenbereich

Im Gegensatz zu Windkraftanlagen und Solarparks bieten Agrar-Photovoltaikanlagen die Möglichkeit, Flächen doppelt zu nutzen – sowohl zur Energiegewinnung als auch für die Nahrungsmittelproduktion. Die landwirtschaftliche Bewirtschaftung bleibt erhalten. Das spielt vor allem eine Rolle, da die Beibehaltung des Ackerstatus aus Sicht der Flächenförderung für landwirtschaftliche Betriebe von großer Bedeutung ist.

Gerade für Ackerbaustandorte oder Sonderkultur-Betriebe kann die effiziente Integration der Photovoltaiktechnologie ein Vorteil sein, da sie Pflanzenbestände und Boden vor negativen Umwelteinflüssen schützen und so einen Beitrag zu Klimaschutz und Klimaanpassung liefern kann.

Allerdings fehlen aus Deutschland noch Erfahrungswerte aus der Praxis: Wie entwickeln sich Pflanzenbestände zwischen den Anlagen? Wie funktioniert der Einsatz der bisher üblichen landwirtschaftlichen Technik und können Schäden durch die Bewirtschaftung der Zwischenreihen entstehen? Diese Fragen sind noch zu klären.

Ohne Wissen lassen sich neue Entwicklungen nicht einschätzen

Innovative Systeme zur nachhaltigen Energiegewinnung in Kombination mit geringstem Verbrauch landwirtschaftlicher Flächen zur Nahrungs- und Futtermittelproduktion als auch für nachwachsende Rohstoffe werden wohl langfristig nicht mehr aus der Flächenkulisse wegzudenken sein. Somit verändert sich sowohl die Nutzung als auch das Landschaftsbild.

Für weitere Informationen und Rückfragen stehen das Amt für den ländlichen Raum beim Hochtaunuskreis sowie die Stabsstelle Klimaschutz, nachhaltige Kreisentwicklung und Umweltbildung beim Hochtaunuskreis zur Verfügung.

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Kontakt

Ökomodell-Region Rhein-Main

(Hochtaunuskreis, Main-Taunus-Kreis, Stadt und Landkreis Offenbach, Stadt Frankfurt a. M.)

Matthias Bathon
Telefon: 06172 999-6112
E-Mail: matthias.bathon@hochtaunuskreis.de

Kreisausschuss Hochtaunuskreis
Ludwig-Erhard-Anlage 1 – 5
61352 Bad Homburg v. d. Höhe